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Anbindung von SAP-Systemen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, SAP-Daten in die DQC Platform zu bringen. Welcher Weg der richtige ist, hängt von Ihrem Landscape ab (ECC, S/4HANA, BW/4HANA, Datasphere), von den zu validierenden Datenmengen sowie davon, ob Sie im SAP-Application-Layer bleiben oder direkt auf die Datenbank zugreifen möchten.


undefined Übersicht

Option

Geeignet für

Ebene

SAP HANA

SAP BW / BW/4HANA, SAP Datasphere, eigene HANA-basierte Data Marts; analytische Workloads, große Volumina

Datenbank

SAP OData

Transaktionale Daten via SAP Gateway / S/4HANA; nutzt PFCG-Rollen

Application

Drittanbieter-Connectoren

Szenarien, in denen weder HANA noch OData ausreichen — z.B. ABAP CDS Views, BAPIs, Delta-Extrakte

Gemischt (nach SQL extrahiert)


undefined SAP HANA — direkter Datenbankzugriff

DQC verbindet sich direkt mit einer SAP-HANA-Datenbank über einen read-only-technischen Benutzer. Konzeptionell ist das derselbe Ansatz, den Power BI für SAP nutzt: Die Application-Schicht wird umgangen, und Daten werden direkt aus der HANA-Datenbank gelesen.

Ideal für:

  • SAP BW- und BW/4HANA-Umgebungen

  • SAP-Datasphere-Umgebungen

  • Eigene HANA-basierte Data Marts und Reporting-Schichten

  • Große analytische Workloads, bei denen Durchsatz zählt

Trade-off: SAP-Application-Logik (Validierungen, virtuelle Felder, ABAP-Code) wird umgangen — das Datenmodell in HANA muss bereits das abbilden, was geprüft werden soll.

Detail-Anleitung: Verbindung zu SAP HANA


undefined SAP OData — im Application-Layer bleiben

OData-Services, die durch SAP NetWeaver Gateway, S/4HANA oder BW bereitgestellt werden, exponieren Tabellen und Entitäten über HTTP. Die Berechtigungssteuerung erfolgt durch SAP selbst über PFCG-Rollen — DQCs Zugriff bleibt damit innerhalb des etablierten SAP-Berechtigungsmodells.

Ideal für:

  • Transaktionale Daten oder Stammdaten, die bereits als OData-Service freigegeben sind

  • Kleinere Datenmengen, bei denen SAP-Business-Logik berücksichtigt werden muss

  • Organisationen, die Zugriffe lieber über SAP-Rollen vergeben als über einen dedizierten DB-Benutzer

Trade-off: OData hat höheren Overhead pro Anfrage als der direkte HANA-Zugriff und eignet sich daher weniger für sehr große Extrakte. Bevorzugen Sie OData v4 gegenüber v2 für bessere Schema-Metadaten.

Detail-Anleitung: Verbindung zu OData


undefined Drittanbieter-Connectoren (z.B. Theobald)

Wenn weder ein direkter HANA-Zugriff noch OData ausreichen — etwa weil Sie ABAP CDS Views, BAPIs oder Delta-Extraktionslogik benötigen — können Drittanbieter-Tools die Lücke zwischen SAP und DQC schließen.

DQC hat dabei eine harte Anforderung: der Drittanbieter-Connector muss seine Daten über eine SQL-Schnittstelle bereitstellen. DQC liest diesen SQL-Endpunkt anschließend über einen seiner Standard-Connectoren (PostgreSQL, Microsoft SQL Server, Snowflake, …). Aus Sicht von DQC ist es eine ganz normale SQL-Datenquelle.

Geeignete Tools sind beispielsweise:

  • Theobald Software (theobald-software.com) — extrahiert SAP-Daten und stellt entweder einen SQL-/JDBC-Endpunkt bereit oder schreibt sie in eine Zieldatenbank

  • Andere ETL- oder Replikationswerkzeuge, die SAP-Daten in ein SQL-erreichbares Ziel materialisieren

Typisches Muster: Das Drittanbieter-Tool schreibt SAP-Daten in ein Staging-Schema (PostgreSQL, MS SQL, Snowflake, …); DQC verbindet sich mit diesem Staging-Schema über den passenden Standard-Connector.


undefined Best Practices für SAP-Verbindungen

  • Verwenden Sie einen dedizierten, read-only-technischen Benutzer — niemals ein persönliches Konto

  • Geben Sie die ausgehende IP der DQC-Plattform frei, falls Ihre Netzwerkrichtlinien dies erfordern

  • Beschränken Sie den Zugriff auf die Schemata, Entitäten oder Tabellen, die für die Datenqualitätsprüfungen tatsächlich benötigt werden

  • Für HANA: konfigurieren Sie eine Workload Class mit Speicher-, Thread- und Timeout-Limits, um Runaway-Queries zu vermeiden

  • Für OData: bevorzugen Sie v4 gegenüber v2 für bessere Schema-Metadaten und Performance

  • Dokumentieren Sie pro Datendomäne, welcher Ansatz verwendet wird (z.B. Stammdaten via OData, Analytics via HANA), damit die Begründung für spätere Operatoren nachvollziehbar bleibt