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Sensoren

Balluff x DQC

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By Carlos Schock

Automatische Produktdatenneuanlage mit der DQC Platform

Balluff

Die Balluff GmbH mit Hauptsitz in Neuhausen auf den Fildern ist ein seit 1921 bestehendes, familiengeführtes Unternehmen in vierter Generation und zählt zu den weltweit etablierten Spezialisten für Sensorik und industrielle Automatisierung.

Das Unternehmen entwickelt Sensor-, Identifikations- und Bildverarbeitungslösungen sowie Netzwerktechnik und Software für unterschiedlichste Automatisierungsanforderungen. Mit 38 Tochtergesellschaften und einer Präsenz in 61 Ländern verbindet Balluff technologische Tiefe mit internationaler Marktnähe.


Ausgangslage

Bei der Anlage neuer Produkte im PIM wurden viele Daten bislang manuell angereichert. Mitarbeiter mussten Informationen in Tabellen nachschlagen, kopierten Werte aus ähnlichen Bestandsprodukten, nutzten statische Vererbungen oder fragten Produktspezialisten, sowie Kolleginnen und Kollegen nach fehlenden Attributen. Dieser Prozess funktionierte grundsätzlich, war aber stark personenabhängig, fehleranfällig und band viel Zeit im Tagesgeschäft.

Aus Sicht von Balluff ist dieses Vorgehen nicht mehr zeitgemäß: Die manuelle Pflege war zu zeitintensiv und zugleich fehleranfällig. Für ein Unternehmen mit hohen Anforderungen an technische Produkt- und Materialdaten ist Datenqualität jedoch entscheidend. Nur wenn Attribute vollständig, konsistent und nachvollziehbar gepflegt sind, können Produkte effizient angelegt, freigegeben und in nachgelagerten Prozessen zuverlässig genutzt werden.

Dies gilt insbesondere für das zeitnahe Reagieren auf Angebotsanfragen von Kunden. Diese sollen innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden, was mit einer überwiegend manuellen Vorgehensweise nicht möglich ist.

Gesucht war deshalb ein Ansatz, der die monotone Dateneingabe weitgehend automatisiert, bestehendes Produktwissen systematisch nutzt, die Neuanlage zügig im PIM ermöglicht und die fachliche Kontrolle trotzdem beim Menschen belässt. Genau hier setzte Balluff gemeinsam mit DQC an.


Lösung

Gemeinsam mit DQC hat Balluff den Produktanlageprozess so weiterentwickelt, dass die DQC Platform als intelligenter Baustein für die Datenanreicherung eingesetzt wird. Das vorhandene Tooling wurde zusammen mit DQC angepasst, eine automatisierte Schnittstelle aufgebaut und der Freigabeprozess überarbeitet. Ziel war es, aus bereits freigegebenen Bestandsprodukten nutzbare Logiken abzuleiten und diese für neue Produkte nutzbar zu machen.

Im Kern übernimmt die DQC Platform die Dateneingabe für neue Produkte. Die dafür nötigen Logiken werden aus vorhandenen Produkten abgeleitet; zusätzlich definiert Balluff in der DQC Platform Qualitätsregeln und fachliche Regeln, die bei der automatischen Befüllung berücksichtigt werden. Dadurch stehen in kurzer Zeit deutlich mehr verwertbare Daten für neue Produkte zur Verfügung, während sich der Mensch auf Kontrolle, Nacharbeit und Verbesserung fokussiert.

Für die Umsetzung wurden gemeinsam mit DQC mehrere Bausteine etabliert:

  • Automatisierte Schnittstelle zwischen PIM und DQC Platform

  • Wöchentliche Updates der freigegebenen Produkte als aktuelle Datenbasis

  • Definition von Qualitätsregeln und zusätzlichen fachlichen Regeln in der DQC Platform

  • Überarbeitung des Freigabeprozesses im PIM bei Balluff

Der operative Ablauf der automatischen Produktdatenneuanlage ist klar strukturiert:

  1. Ein neues Produkt wird im PIM in der passenden Produktstruktur angelegt.

  2. Das Produkt wird grundlegend befüllt und erstmals freigegeben.

  3. Die Daten werden an die DQC Platform übertragen.

  4. In der DQC Platform erfolgt die automatische Datenanreicherung auf Basis der Bestandsprodukte sowie definierter Qualitäts- und Fachregeln.

  5. Die angereicherten Daten werden zurück ins PIM gespielt und dort in einer Prüfansicht transparent dargestellt.

  6. Der Mensch übernimmt die finale Prüfung, Freigabe und gegebenenfalls Nacharbeit.

  7. Finale Produkte werden als neue Datenbasis zur DQC Platform übertragen.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die laufende Aktualisierung der Datenbasis. Dafür werden wöchentlich freigegebene Produkte aus dem PIM an die DQC Platform übermittelt. Diese Bestandsdaten dienen als neue Referenz, aus der sich Muster, Regeln und Befüllungslogiken für künftige Materialien ableiten lassen. Das System lernt somit nicht aus statischen Regeln allein, sondern aus der tatsächlichen Produktrealität bei Balluff.

„Quantität (Durchlaufzeit) und Qualität schließen sich oft gegenseitig aus – mit Verwendung dieses neuen Tools/Prozesses haben wir es geschafft, beides zu vereinen und gleichzeitig zu verbessern.“

Bastian Tausch - Product Owner Digital TEC


Ergebnis

Die automatische Neuanlage hat insbesondere zwei positive Auswirkungen auf das operative Geschäft.

Erstens führt die Automatisierung des Produktneuanlageprozesses dazu, dass Balluff auf Kundenanfrage bis zu 20-mal schneller Angebote erstellen und bereitstellen kann. Die Dauer der Angebotslegung reduziert sich von mehreren Wochen auf unter 24 Stunden. Dadurch wird die Interaktion mit Kunden deutlich agiler, effizienter und serviceorientierter.

Zweitens müssen die Fachexperten signifikant weniger Zeit für die Datenbefüllung aufwenden und nur noch die erstellten Neuanlagevorschläge validieren. Ca. 80 % der vorher aufgewendeten Zeit wird eingespart. Damit können sie sich mit dem Großteil ihrer Zeit auf wertschöpfendere Aufgaben konzentrieren.


Ausblick

Nachdem alle Produktgruppen in diesen Prozess integriert wurden, werden nun eine konsistente Logik und ein vergleichbarer Prozess im Bereich der Materialanlage (aus SAP) implementiert, um auch hier eine effiziente automatische Grunddatenbefüllung zu ermöglichen.

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Balluff DQC Erfolgsgeschichte

Balluff automates product creation and data enrichment | DQC